Im Campingbus im Süden überwintern

Die Produkte die Tim in seinem Campingbus verbaut hat findet ihr unter Campingzubehörshop von reimo

Insbesondere die Solarpaneele: Solartechnik von reimo

Wer kennt das nicht wenn uns in der kalten und grauen Jahreszeit das Fernweh packt? Man möchte am liebsten seine 7 Sachen packen und sich in die Sonne begeben um dort zu überwintern. Reimo hat einem jungen Mann geholfen seinen Traum zu verwirklichen und sein Vorhaben in Portugal im VW Bus zu überwintern unterstützt.

  • Wieso in einem VW Bus im Süden überwintern?
  • Wie kann ich meinen Campingbus unabhängig von Strom und Versorgungsstellen herrichten?
  • Wie kann ich in meinem Campingbus autark leben?

Auf diese und weitere Fragen geht der Autor Tim in seinem ersten Reisebericht ein. Lassen Sie sich von diesem mutigen jungen Mann inspirieren und träumen Sie sich in den Süden und mitten in Tims Abenteuer “Überwintern im VW Bus in Portugal”.

 

Das Abenteuer Prtugal

Im VW Bus in Portugal überwintern

Gas, Diesel und Lebensmittel

Mein letzter Arbeitstag ist beendet. Ich schmeiße meinen Rucksack, der seit nun fast 2 Monaten mein treuer Begleiter in jeder Lebenslage ist und einem Survivalpack für den westeuropäischen Raum gleicht, in die Ecke.

Feierabend.

Aller mögliche Krempel befindet sich in diesem Rucksack. Seit ich, um Geld zu sparen vor etwa zwei Monaten meine Wohnung aufgegeben habe, um mir einen Traum von einem Langzeitaufenthalt in Portugal in meinem VW Bus zu erfüllen, bin ich mir nie sicher, wo ich die nächste Nacht verbringe.

Mal schlafe ich bei meinem Bruder, mal in einem alten festinstallierten Wohnwagen direkt an der Ruhr. Meistens bin ich jedoch bei meinem Vater einquartiert, der mein Vorhaben von Anfang an tatkräftig unterstützte.

An einem grauen Sonntagmorgen im vergangenen März sah ich einen beeindruckenden Kurzfilm über eine Französin, die in ihrem Wohnmobil, ausgestattet mit ein paar Surfbrettern und allem was man sonst so braucht, Norwegen bereiste und dort irgendwie “hängen” blieb.

Nachdem ich mir den Film zu Ende angesehen hatte, zog ich mir eine dicke Jacke an, setzte mich auf meinen Balkon, zündete mir eine Zigarette an und träumte so vor mich hin.

Ein tranceähnlicher Zustand an einem Sonntagmorgen: Wenn man so leben würde. Wenn man die Zeit hätte. Wenn man so ein Auto hätte. Und das Geld.

Plötzlich war ich hell wach. Ich habe so ein Auto. Und so teuer kann das Ganze ja nicht sein. Diesel und Lebensmittel. Gas für den Kühlschrank und meinen zwei-Flammen-Gaskocher. Mehr brauche ich ja wirklich nicht.

Die gemütlichen Bilder vom frisch über dem Gasherd aufgebrühten Kaffee, während die Naturgewalten außerhalb des Autos wüten, hatten es mir so angetan, dass ich umgehend ein Blatt Papier und einen Stift holte und begann, alles “mal durchzurechnen”. Die Kalkulation ging natürlich vorne und hinten nicht auf, aber ich dachte mir: “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.”

In meinem Kopf dröhnten die Hämmer und Sägen, die an dem riesigen Luftschloss bauten.
Das Luftschloss sah folgendermaßen aus:

Ein sonniger Winter

Ich habe ein Auto, dass ich mit riesiger Unterstützung, vor Allem meines Vaters, aber auch meines Bruders und einiger Freunde im letzten Jahr, innerhalb eines halben Jahres bereits nahezu grunderneuert hatte, und wenn ich es richtig anstelle, habe ich nach Beendigung meiner Ausbildung zum Erzieher mit dem Schwerpunkt Sozialtherapie etwa ein Jahr Zeit, bevor ich ein Studium beginne.

Bevor ich jetzt irgendetwas studiere, nur um irgendwas zu studieren, nehme ich, als vernünftiger Mensch wie er leibt und lebt, mir doch lieber die Zeit und Ruhe, um mal in mich hineinzuhorchen.

“Sein oder nicht sein”… ist hierbei sicher nicht die Frage. Eher was ich sein oder nicht sein will. Ich lasse mich nicht in gesellschaftliche Konventionen pressen, die mir die Sicht auf die wesentlichen Dinge des Lebens vernebeln wollen. Ich lasse mir auch meinen Weg nicht vorschreiben. Mit 24, so könnte der eine oder andere denken, sei es nun “mal wirklich Zeit” sich Gedanken über eine berufliche Zukunft zu machen, die, wie wir alle wissen sollten, die sichere Grundlage für eine solide Existenz und ein geregeltes Leben bildet.

Mir egal!

Gut, dass das hier kein philosophischer Exkurs in meine Gefühlswelt, sondern eher eine Bestandsaufnahme ist.

Etwas mehr als ein Facebookstatus, aber weniger als ein Ratgeber für die Suche nach dem Glück.

Am häufigsten werde ich – seit mein Plan steht – gefragt, ob ich wirklich alleine fahren will, dicht gefolgt davon, was ich “da mache” und ein paar Leute fragen nach dem “Warum?”.

Auf keine der Fragen kann ich eine klare Antwort geben. Für mich liegt das Abenteuer in der Ungewissheit; in einer Welt, in der Abenteuer vom Aussterben bedroht zu sein scheinen.
Ich genieße es gewissermaßen – trotz aller Sparmaßnahmen in den letzten Monaten – nicht genügend Geld zu haben, um die gesamte Zeit zu “überstehen”. Das war von Anfang an klar. Für mich macht das einen ungemeinen Reiz an der Sache aus. Urlaub machen kann ja schließlich jeder.

Und die Sache mit dem Blog?!

Vielleicht hab ich ja ne Profilneurose. Weiß ich nicht. Warum ich sonst einen Blog darüber schreibe, der hoffentlich nicht zu detailreich, aber auch nicht oberflächlich ist?

Zum einen können natürlich vor allem Familie und Freunde meine Reise in regelmäßigen Abständen verfolgen. Sie sehen, wo ich bin und das Internet gibt mir die Möglichkeit kurze Momentaufnahmen – wenn auch nur annähernd – einzufangen und mit meinen Liebsten zu teilen.
Zum andern gibt eine Internetpräsenz mir eventuell die Möglichkeit, andere, zum Teil fremde Leute anzustoßen, ähnliche Vorhaben und Träume in die Tat umzusetzen. In naher Vergangenheit habe ich neben skeptischen Blicken auch die Erfahrung gemacht, dass es viele Leute freut, dass ich diese Reise antrete. Scherzhafte Sätze wie “Ich bin total neidisch” oder “ich gönne dir das überhaupt nicht” beantworte ich immer wieder mit “mach doch einfach!”

An dieser Stelle ernte ich häufig Blicke, die mir sagen sollen “Du hast leicht reden!” aber meiner Überzeugung nach könnte ein Großteil der Leute, die mir das entgegnen, ähnlich leichtes Reden haben, wenn gewisse Prioritäten etwas anders gesetzt würden.

Und genau darum geht es, wenn man mich fragt. Seine Wünsche und Träume in die Tat umzusetzen, gerade wenn einiges dagegen spricht.

Auch wenn der letzte Satz bereits auf der einen oder anderen Kaffeetasse stehen könnte, so ist er doch wahr.

Mein Wegbegleiter für unbestimmte Zeit ist ein VW LT 28 aus dem Jahre 1989 mit einem “Reimo-Camping-Ausbau“, der es mir erlaubt, durch das absolut wichtige Bord-WC, die gut aufgeteilte Küche mit zwei Flammen-Gaskocher, Kühlschrank (wahlweise strom- oder gasbetrieben) und einer Spüle mit integrierter Außendusche, so wie vier Schlafplätzen, reichlich Stauraum und einem um 180° drehbaren Pilotsitz auf der Beifahrerseite, relativ komfortabel zu reisen.

Der Reimo Ausbau machts möglich

Den Plan umsetzen

Nachdem der Entschluss gefasst war, die Sache durchzuziehen, wartete eine elendig lange ToDo Liste auf mich; aber jeder gemachte Haken hinter einer zu erledigenden Aufgabe macht mir große Freude.

Also los.

Krankenkasse kündigen. Eine private Langzeit-Auslands-Krankenversicherung abschließen. (Bei der Hanse Merkur gibt es ein faires Angebot für Interessierte)
Die Rundfunkgebühren kündigen. Wohnung kündigen. Wohnung räumen.
Ein Konto mit einer Kreditkarte, mit der ich weltweit kostenlos Bargeld abheben kann, habe ich bei der DKB eingerichtet.
Kopien aller Dokumente für den Fall eines Diebstahls anlegen.

Das Auto grundsätzlich noch einmal checken: Mein Vater half mir dabei, die Bremsen zu erneuern, die Ankerplatte im Zündschloss auszutauschen, einen Ölwechsel zu machen. Einen Surfbretthalter im Dach des Fahrzeuges zu entwerfen und zu montieren, der es mir sowohl ermöglicht im Hochdach meines Vans meine Surfbretter zu verstauen, so wie auch dort zu schlafen. Das war mir besonders wichtig, weil ich mir – wenn ich das Auto mal einige Stunden aus den Augen lasse – nicht immer Sorgen machen muss, dass mir jemand meine Surfbretter vom Dach klaut. Zudem ist es für mich als Alleinreisender von Vorteil, nicht immer auf das Dach klettern zu müssen um die Boards zu lösen, denn wer soll diese unten annehmen, wenn ich allein unterwegs bin?

Wir verbauten neue Schienen für Vorhänge, die anschließend meine Mutter für mich nähen würde und dichteten die Windschutzscheibe ab, die wir vergangenen Sommer neu verbaut hatten und die nicht zu einhundert Prozent wasserdicht war, da wir den Rahmen für die Windschutzscheibe geschweißt hatten, und dieser durch kleinste Unebenheiten das Fenstergummi von der Scheibe wegdrückte, sodass das Gummi seinen Zweck nicht mehr zur Genüge erfüllte.

Des Weiteren waren einige kleinere Lackreparaturen zu machen. Die Ventildeckeldichtung wurde – wieder mit riesiger Unterstützung meines Vaters (ein Mann vom Fach) – so wie auch der Öldruckschalter ausgetauscht und der Zahnriemen erneuert

Nach dem Wechsel der Bremsflüssigkeit und dem Nachstellen der Handbremse ist das Auto nun in einem so guten Zustand, wie es, seit es sich in meinem Besitz befindet, noch nicht gewesen ist.

Dadurch, dass für meinen Sommerurlaub im letzten Jahr (5 Wochen Portugal) bereits viele Dinge erledigt wurden, hielt sich der Aufwand am Auto in diesem Jahr noch einigermaßen gering; verglichen mit dem, was bis zum jetzigen Zeitpunkt an Blut, Schweiß, Tränen und Liebe bereits im geliebten “Joke” steckt.

Einen absolut notwendigen Bestandteil der Ausrüstung des Joke bildet die kürzlich verbaute Solaranlage, welche mir freundlicherweise vom Reimoteam bereitgestellt wurde, um mich der so sehr von mir angestrebten Autarkie in meinem Bus einen großen Schritt näher zu bringen.

Unabhängig dank Reimo solarsetGepaart mit einem Wechselrichter (12v auf 230 V) sorgt die auf meinem Dach montierte Solarplatte gemeinsam mit dem Laderegler (ebenfalls mit freundlichster Unterstützung der Reimofamilie) im Innenleben des “Joke” dafür, dass ich mir bei 100 Watt Leistung keine Sorgen mehr um eine Energiequelle zu machen brauche, wenn ich – fernab von jeglicher Steckdose – meine Reiseberichte in meinen solargespeisten Laptop tippe. Ohne die Sorge, ob ich beim Versuch, den Motor zu starten am nächsten Morgen überhaupt noch einen Mucks vom Anlasser vernehmen werde.

Alles für ihren Campingbus finden Sie bei Reimo

Alles für ihren Campingbus finden Sie bei www.reimo.com

Seitdem ich stolzer Besitzer dieser Anlage bin, möchte ich sie nicht mehr missen und empfehle sie bei jeder Gelegenheit guten Gewissens weiter.

Zur Verdeutlichung der simplen Verbauung des Solarpanels, welches sich nun ohne eine einzige Schraube durch mein Glasfaserkunststoffdach auf meinem Dach befindet, habe ich einige Schnappschüsse während der Montage der Anlage beigefügt.

Das “Rundum-glücklich-Paket” von Reimo.

Das Solar-Komplett-Paket von reimo

Das Solar-Komplett-Paket von Reimo

Bohren für die Kabeldurchführung

Bohren für die Kabeldurchführung

Verbinden und isolieren der Kabel

Verbinden und isolieren der Kabel

Verkleben des Solarpanels auf dem Dach

Verkleben des Solarpanels auf dem Dach

Anbringen des Ladereglers

Anbringen des Ladereglers

Die Solarplatte wird über den Laderegler sowohl mit der Starter- als auch mit der Bordbatterie verbunden

Die Solarplatte wird über den Laderegler sowohl mit der Starter- als auch mit der Bordbatterie verbunden

Jetzt ist es vollbracht. Die Vorbereitungen sind zu großen Teilen getroffen. Das Abenteuer kann also beginnen. Den schwierigsten Schritt habe ich allerdings noch vor mir: Abschiede sind schwer.

Eine sehr gelungene Abschiedsparty liegt hinter mir. Mit einem Großteil meiner Freunde habe ich einen wunderbaren Abend verlebt. Die meisten von ihnen werde ich für eine unbestimmte Zeit nicht wiedersehen. Bei all der Feierlichkeit setzte mir diese Erkenntnis während des Beseitigens der Partyüberbleibsel am Morgen nach der Party sehr zu. Wie wird es mir wohl gehen, wenn ich meine engsten Freunde und Familienmitglieder am Tag meiner Abreise im Außenspiegel hinter mir lassen werde. Leicht wird es nicht und trotzdem weiß ich, dass ich das Richtige tue.
An dieser Stelle möchte ich noch einen besonderen Dank an meine engen Freunde und vor Allem meine Familie aussprechen, die mich in letzter Zeit mit so viel Herzensgüte überschütteten, dass es fast nicht auszuhalten war, denn während dieses Wechselbades der Gefühle zwischen Aufbruchsfreude und Abschiedsschmerz fühlte ich mich so lebendig wie selten.

Also hoffe ich auf einen wunderbaren Trip, der mir möglichst viele positiv-formende Erfahrungen entgegen und mich mit möglichst vielen, weltoffenen Menschen in Kontakt bringt, denn ein Charakter formt sich ja bekanntlicher Weise unter anderem auch durch gemachte Erfahrungen, Eindrücke und Bekanntschaften.

Schon bald könnt ihr bei Interesse an dieser Stelle mehr von mir lesen. Ich hoffe, dass ich in einigen Wochen noch genauso positiv von dieser Reise spreche, wenn ich mittendrin bin im Abenteuer Portugal.

Bis dahin,
euer Tim.

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2 Kommentare zu Im Campingbus im Süden überwintern

  1. Ullrich O. Kohlstock sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    haben Sie das Solarmodul auch für den Viano Marco Polo?
    Plane eine ebenso lange Ausfahrt in den Süden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ullrich O. Kohlstock

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